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DJOUDJOU – Blut-Organe

Book Cover: DJOUDJOU - Blut-Organe
AusgabenPDF (Deutsch): € 5,99
ISBN: 9783946551799
Pages: 232

Dies ist die Geschichte der wohlhabendsten und einflussreichsten Familie Darmstadts, deren Oberhaupt sich das Leben nahm. Es ist die Geschichte seines erfolgreichen, aber unglücklichen Sohnes Johnny, der seit seiner Kindheit ein fremdes Organ, ein Herz, in sich trägt und dessen Frau ihn mit einem uncharmanten, türkischen Opa betrügt.

Seit dem Betrug seiner Frau ist Johnny der Meinung, dass er die klagende und weinende Stimme eines kleinen Kindes in sich hört, und das macht ihn verrückt. Er ist sich sicher, dass er nicht halluziniert. Ist er psychisch krank, oder hört er wirklich die Stimme eines Kindes?

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Seine Suche nach dem Ursprung dieser Stimme führt ihn zu einem Psychotherapeuten und schließlich bis nach Kamerun. Auf dieser Reise stößt er auf unheimliche, tragische Wahrheiten über das fremde Herz, das er in sich trägt, und über ein angeblich ermordetes Kind, dem das Herz und andere  Organe entwendet wurden. Ist es dieses Kind, das mit ihm spricht? Das Ende der Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht, tut einfach weh...

Dieser erschütternde Roman zeigt, wie das Streben der Menschen in den Industrieländern nach einem langen und gesunden Leben die Kriminalität und den brutalen Tod von Kindern in Afrika fördert. Der Organhandel hat in Afrika schlimmere Folgen als der Krieg. Der Organhandel fordert in Afrika mehrere Tausend Tote pro Jahr, somit vielleicht mehr als Terrorismus und Hungersnöte.

Mit dieser Geschichte gelingt es dem Autor, dem Leser auf bewegende Weise einen Teil der Wahrheit über den illegalen Organhandel aufzuzeigen.

Dantse berichtet:
„Vor 6 Jahren traf ich zufällig eine tieftraurige
Frau in Kamerun, die mir ihre schmerzhafte
Geschichte erzählte. Ihr fünfjähriger Sohn war
entführt worden, und später hatte man seine
Leiche in einem Gebüsch gefunden – ohne
Augen, Herz, Lungen und Nieren. Die Polizei
konnte den oder die Täter nicht ermitteln,
aber man erzählte ihr, dass die Organe ihres
Sohnes entnommen wurden, um in Europa
verkauft zu werden. Ihr Kind musste sterben,
damit ein anderes in Europa gerettet wurde...“

Leseprobe

Frankfurt 2013

Der Therapeut machte die Tür auf, Johnny M. Walker trat ein und setzte sich auf die Couch im Patientenzimmer.

„Guten Tag, Herr Mackebrandt.“

„Ich mag den Namen Mackebrandt nicht. Nennen Sie mich Walker“, griff Johnny sofort an.

„Guten Tag, Herr Walker.“

„Guten Tag, Dr. Camara.“

„Wie geht es Ihnen heute?“, fragte Doktor Camara.

„Ich weiß es nicht, Herr Doktor. Es ist so komisch mit mir. Aber seit Monaten eigentlich nichts Unnormales für mich. Ich weiß, dass Sie, wie ihre Kollegen, sagen werden, dass ich nur müde bin und Ruhe brauche. Deswegen frage ich mich wirklich, warum ich eigentlich hier bin.“

„Warum sind Sie dann heute hier?“, fragte der Therapeut.

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„Ich glaube nicht, dass ich wirklich verrückt bin, wie Dr. Helling bereits gesagt hat. Ich höre Stimmen in mir, das heißt, ich höre eine bestimmte Stimme in mir. Die Stimme eines Kindes, das mich auffordert, es zu befreien. Das Kind weint und weint und sagt, dass ich sterben soll. Ja, es sagt, ich soll mich umbringen, damit es endlich seine Ruhe findet, aber ich weiß nicht, wer es ist und was es will“, erklärte Johnny M. Walker.

„Warum fragen Sie es nicht direkt, wer es ist? Es redet doch und Sie können es hören. Vielleicht kann es Sie auch hören?“, fragte der Therapeut ein bisschen ironisch.

„Ich weigere mich, Herr Doktor, zu glauben, dass ich verrückt bin. Mit ihm zu reden würde heißen, ich bin verrückt. Mit ihm zu reden würde bedeuten, dass ich multiple Persönlichkeiten habe, aber das stimmt nicht. Ich bin nicht viele“, gab Johnny zurück.

„Und was wollen Sie dann bei mir, wenn Sie nicht krank sind?“

„Ich weiß, dass ich nicht krank bin. Ich kann alles sonst normal machen, aber es wird von Tag zu Tag immer schwerer. Früher hat diese Person nur nachts mit mir geredet, wenn alles ruhig und ich allein war. Nun redet sie auch, wenn ich unter Leuten bin oder auch während eines Vortrages, überall. Ah ja, wie jetzt! Es redet, Doktor. Das ist die Stimme, da ist sie!“, sagte Johnny.

„Wie ist die Stimme? Ist es die Stimme eines Jungen oder eines Mädchens?“, wollte Dr. Camara wissen.

„Es ist die Stimme eines Jungen“, antwortete Johnny M. Walker.

„Was sagt das Kind?“

„Das Kind ist nicht von hier. Es hat einen total anderen Akzent. Es hat nur einmal Französisch geredet, als es mir sagte, dass ich sterben muss, sonst redet es in einer fremden Sprache, die ich nicht kenne“, erklärte Johnny.

„Können Sie beschreiben, was es auf Französisch gesagt hat?“, bat der Therapeut.

„Es sagte: libérez moi, libérez moi, je suis mort pour que tu vives, maintenant tu dois mourir pour que je trouve ma paix.“

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