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Corona und das Problem von Rassismus und Xenophobie / Spruch des Tages 23.11.

Wie Corona und Rassismus zusammenhängen

Wie in der Vergangenheit haben Nationalismus, Rassismus immer Aufwind bekommen, wenn eine Katastrophe die Welt getroffen hat. Es ist schon ungeheuerlich, wie manche Politiker*innen die Situation (be)nutzen, um unsere Daten zu erheben und zu nutzen. Aber auch wie leichtsinnig und leichtfertig manche Menschen die sogenannten „Corona-Partys“ feiern und keine Rücksicht auf ihre Mitmenschen nehmen. Und außerdem nicht auf einen verantwortungsvollen und vorausschauenden Umgang in der Gesellschaft achten. Am schlimmsten und besorgniserregendsten sind jedoch die Taten von Menschen, die die Situation für rassistische und fremdenfeindliche Propaganda nutzen. Sie nutzen die Verunsicherung der Menschen aus, um ihre Mitmenschen von ihren Ideen des Hasses zu beeinflussen. Dies kann jedoch verheerende Folgen haben, wie ihr in diesem Kapitel noch erfahren werdet.

Beispiele für die Instrumentalisierung der Corona-Pandemie für Rassismus und Xenophobie

Der umstrittene italienische Rechtspolitiker Mario Salvini hat das Thema afrikanische Migranten, die nach Europa einreisen wollen, direkt mit COVID-19 verknüpft. Es ist erschreckend, dass die Corona-Pandemie auch den Rassismus mit sich brachte. Anfangs war es ein Rassismus gegen Asiat*innen. Sie waren laut der Meinung vieler Menschen die Verursacher*innen und Sündenböcke für die Corona-Pandemie. Dafür wurden sie laut Angaben von Rechtsextremismus-Forscherin Judith Rahner verbal angefeindet, rassistisch beschimpft, sogar bespuckt und es wurde auf sie gehustet. Darüber hinaus wurden sie auf Social Media beschimpft und in öffentlichen Verkehrsmitteln diskriminiert.

Zuletzt kam es auch zu Übergriffen auf italienische Restaurants. Geflüchteten-Unterkünfte wurden unter Generalverdacht gestellt. Alle Nichtdeutschen wurden sozusagen für das Virus verantwortlich gemacht und man wollte sie direkt zur Rechenschaft dafür ziehen. Laut Rahner war dies die erste Phase des Rassismus. In der zweiten Phase wollte man einen Schuldigen finden, um einen neuen Ausbruch zu verhindern. Vor allem Geflüchtete, Muslim*innen und südosteuropäische Migrant*innen wie beispielsweise bulgarische und rumänischer Arbeiter*innen sowie Roma wurden angefeindet und für die Verbreitung des Virus verantwortlich gemacht. Diese Rassismen sind an anti-chinesischen Feindbildern und tief verwurzelten Ressentiments gegen Roma angeknüpft. Auch das Bild des nichtdeutschen, „unreinen“ und „unhygienischen“ Menschen wird in rechten Kreisen leider aufgegriffen und bekommt in Zeiten von Corona-Hygienemaßnahmen eine ganz andere und wichtige Bedeutung für Rechtsextremist*innen. Für die rechte Szene ist dies also eine fantastische und willkommene Gelegenheit, um an dieses rechte Gedankengut anzuknüpfen und Menschen dafür zu gewinnen.

Auch Politiker nähren rassistische Ideen

Besonders schlimm ist, dass auch Politiker*innen solche rassistischen Ideen genährt haben, indem Donald Trump beispielsweise vom „Wuhan-Virus“ spricht. Oder der nordrhein-westfälische Ministerpräsident öffentlich sagt, dass die Corona-Ausbrüche in Nordrhein-Westfalen durch die Arbeiter*innen aus Rumänien und Bulgarien bedingt seien. Diese Arbeiter hätten das Virus in die Fleischfabriken eingeschleppt haben. Dies alles trägt nicht zu einem anti-rassistischen Miteinander bei. Es ist somit keinesfalls förderlich für ein gelungenes, menschenfriedliches und vor allem menschenwürdiges Zusammenleben.

Das alles spaltet auch die Gesellschaft und führt zu noch mehr Hass und Feindseligkeiten im Land. Ein „Rassismuspotenzial“ bergen auch diverse Demonstrationen gegen die Corona-Pandemie. Viele dieser Demonstrationen sind von QAnon beeinflusst und inspiriert. Qanon ist eine Bewegung in den USA mit rechtsextremem und antisemitischem Gedankengut, die verstärkt bei Anti-Corona-Demonstrationen auftritt. Die Bewegung zeichnet sich in den USA durch einen Glauben an eine Vielzahl an Verschwörungsmythen aus. Natürlich sind wahrscheinlich nicht alle Anhänger*innen in gleichem Ausmaß rassistisch, aber grundsätzlich enthält die Bewegung viel solches Gedankengut. Die meisten Befürworter*innen und Anhänger*innen sowie Mitläufer*innen dieser Bewegung leugnen eine große Gefahr durch das Coronavirus. Man sollte aus dem Grund vorsichtig sein und alle Bewegungen und Strömungen hinterfragen. Eine reflektierte Sichtweise auf die Welt und auch auf Corona  ist unerlässlich. Genauso wie auf die unterschiedlichen Meinungen, wenn man einen wertvollen Beitrag gegen Rassismus leisten möchte.


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