Veröffentlicht am

Eine Geschichte für kleine Entdecker über Freundschaft und Feindschaft, Liebe und Hass

Tiefe Freundschaft und Liebe können mit Feindschaft und Hass beginnen

Warum kennen Indiander keine Schmerzen?

Wie lebten die Dinos?

Und wie schafften es die alten Ägypter riesige Pyramiden zu bauen?

 

Bouba, Jonas und der Hund Babou bauen eine Zeitmaschine, um all diese Dinge aus erster Hand erleben zu können.

Ein Abenteuer nach dem anderen wird von den beiden Entdeckern in Angriff genommen!

Auszug aus Bouba, Jonas und der Hund Babou:

Schließen Bouba und Jonas jemals Freundschaft? 

Bouba war noch 8 und wurde bald 9. Sein Vater war Afrikaner und seine Mutter war Deutsche.

Jonas war auch 8 und wurde dieses Jahr auch 9, seine Eltern waren beide Deutsche.

Die beiden Jungs gingen in die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt und wohnten nicht weit vom Badesee Woog. Sie spielten Fußball bei der TSG 46 und nannten ihre Mannschaft die Kleinen Fußball-Adler vom Woog.

Das einzige Problem: die beiden verstanden und mochten sich gar nicht und sahen sich im Fußball als Konkurrenten. Sie konnten sich wirklich nicht leiden und nutzten alle Gelegenheiten, um das auch zu zeigen. Jeder meinte, dass er der Beste sei, und dass die Adler ohne ihn nicht gewinnen könnten.

„Ich bin besser als du“, sagte Bouba, wenn er Jonas sah.

„Das stimmt nicht. Ich bin viel besser als du“, erwiderte Jonas.

Das nächste Mal war es dann Jonas, der anfing, als er Bouba begegnete:

„Ich dribbel besser als du, wie Messi“, provozierte er.

„Ich bin viel schneller als du, wie Eto´o“, erwiderte diesmal Bouba.

Um Unterstützung für sich zu haben, hatten sie Fanclubs gebildet. Ihre Fans bestanden hauptsäch-lich aus den Mitschülern der jeweiligen Klasse. Ihre Fans heizten die Gemüter sehr an und erhöhten somit den Druck. Man konnte zwischen den beiden Adlern immer eine gewisse Spannung spüren.

In der Schulpause trafen sich beide Fangemeinden auf dem Schulhof und stritten sich darüber, wer besser sei.

Die Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt befindet sich fast in der Mitte eines Wohnviertels, mit dem sie fast zeitgleich entstanden und zusammengewachsen ist. Sie liegt direkt am Waldrand der Lichtwiese, wo sich die Technische Universität Darmstadt befindet.

Damals, bevor die Elly-Heuss-Knapp-Schule gegründet wurde, befand sich nicht die Uni an der Lichtwiese, sondern die Lichtwiese war ein Flugplatz; der alte Darmstädter Flugplatz, von wo sogar große Flugzeuge der Deutschen Lufthansa zu Flügen nach ganz Europa starteten. Deswegen nannte sich die Elly-Heuss-Knapp-Schule früher „Die Schule am Alten Flugplatz.“ Heute wäre es unmöglich, eine Schule in der Nähe eines Flugplatzes zu bauen.

Diese Geschichte faszinierte die Kinder immer, da sie sich nicht mehr vorstellen konnten, wie Flug-zeuge so nah vorbei geflogen sein konnten. „Es wäre doch schön, Flugzeuge zu sehen. Wie sie starten oder landen“, meinten die Kinder. Die Lehrerinnen versuchten ihnen zu erklären, warum das nicht schön wäre. Der Lärm der Flugzeuge würde doch den Unterricht stören und sie würden auch gar nicht so ruhig auf dem Hof spielen und sich unterhalten können.

Das Argument überzeugte kaum ein Kind. „Aber die Kinder früher haben das doch auch ertragen. Warum wir nicht? Ja, es wäre schön und …“, sagten die Schüler.

Es amüsierte die Kinder, zu wissen, dass ihre Schule auch ein Kindergarten war. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass man damals sehr lange gebraucht hatte, um von der Heinrichstrasse bis zur Schule zu gelangen. Es hatte fast keine Straße gegeben. Die Theodor-Heuss-Straße war erst später entstanden.

In einer Unterrichtstunde wollten die Kinder wissen, warum ihre Schule Elly-Heuss-Knapp-Schule hieß.

„Die Elly-Heuss-Knapp Schule wurde nach Frau Elly Heuss Knapp benannt“, sagte die Lehrerin in der Klasse von Bouba. „Sie hat die Schule gebaut?“, fragten die Kinder. „Nein, sie hat sie nicht persönlich gebaut. Sie war eine berühmte Frau, die viel für die Bildung getan hat. Um sie zu ehren, wurde sie Namensgeberin vieler Schulen in Deutschland. Sie hat gar nicht mehr gelebt, als die Schule nach ihr benannt wurde“, antwortete sie.

„Hat sie etwas mit der Heuss-Straße zu tun? Vielleicht hat sie mal hier gelebt?“, bemerkte Bouba.

„Oh nein. Sie hat hier nicht gewohnt. Die Straße mit dem Namen Heuss, meinst du die Theodor-Heuss Straße? Theodor-Heuss war ihr Mann und er war Bundespräsident. Dieser genehmigte, dass die Schule den Namen seiner verstorbenen Frau trug. Vielleicht wurde die Straße deshalb nach ihm benannt.“

Diese Schule, mit ihren drei Klassengebäuden, drei Schulhöfen, dem Schulgarten und dem Schul-sportplatz, war im Jahr 2000 noch schöner geworden. Da war sie neu gestaltet worden. Jedes Mal, wenn Bouba die Straße zur Schule hochlief, dachte er an die Entstehungsgeschichte dieser Schule und fragte sich, wie es damals gewesen war und warum man damals so lange von der Heinrichstrasse bis zur Schule benötigt hatte. Es waren ja eigentlich nur ungefähr 300 bis höchstens 500 Meter. Er brauchte normalerweise nicht mal 8-10 Minuten dafür.

Diese Geschichte verdrängte heute Morgen sogar seine Gedanken über das Spiel, das die kleinen Adler am Samstag gegen Rot-Weiß-Darmstadt liefern würden. Seit Anfang der Woche dachte er darüber nach und wollte unbedingt gewinnen. Er war sauer, dass er beim letzten Spiel kein Tor ge-schossen hatte und wollte nun bei diesem Spiel derjenige sein, der die Adler zum Sieg führte.

Als er an Jonas dachte, war auf einmal die Geschichte von der Schule aus seinem Kopf weg. Er war wütend auf Jonas, der nicht akzeptieren wollte, dass er, Bouba, der Beste war. Darüber stritten sie sich fast immer, wenn sie sich trafen.

Heute, am Freitag, war der Streit ein bisschen heftiger als sonst, weil morgen die Fußballadler vom Woog gegen die Rotweißen spielen würden und die Schulfans von Bouba und Jonas würden auch dabei sein, was den Druck zwischen beiden Jungs erhöhte. Die Spannung zwischen den beiden spür-te man schon die ganze Zeit.

Die beiden Jungs nutzten die zweite Pause, um auf dem hinteren Schulhof, auf dem zwei Tischtennis-platten aus Beton installiert sind, das Palaver zu eröffnen.

Diesmal hatten die beiden ihre Klassenunterstützer dabei. Die wollten eigentlich einfach nur ein bisschen Tischtennis spielen, doch Bouba nutzte einen Fehler von Jonas, der den Tischtennisball rausschlug, um die ewige Diskussion wieder anzufangen: „Genauso macht er es im Fußball, immer falsch schießen. Er braucht 100 Schüsse aufs Tor, um ein Törchen reinzukriegen und dabei spielt er sogar als Nummer 9“, sagte Bouba über Jonas. Seine Schulfreunde, die mit auf dem Hof waren, zwangen sich zum Lachen, um Jonas noch mehr zu ärgern.

Jonas ließ sich das nicht zweimal bieten und konterte sofort: „Und wenn es so ist, warum habe ich beim letzten Spiel das Tor geschossen, das uns zum Sieg geführt hat? Du bist nur neidisch!“

„Aber morgen schieße ich alle Tore, du wirst es sehen! Ich bin viel besser als du. Ich bin der Beste von den Adlern!“, antwortete Bouba.

 

Die vollständige Geschichte von Bouba und Jonas findest Du liebevoll illustriert von den Kindern des Autors auf unserer Website:

 

„Bouba, Jonas und der Hund Babou“ von Dantse Dantse

Auch auf Amazon erhältlich.