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„Er macht, was er will“ – Ein Magazinbeitrag im vita50plus über Dantse Dantse – indayi edition sagt Danke!

Hier kannst du den Magazinbeitrag als pdf herunterladen.

Im Magazin vita50plus ist in der Ausgabe Nr. 03/2019 ein Beitrag über Dantse Dantse und indayi edition erschienen.

Wir danken Martina Karaczko für diesen tollen und spannenden Artikel:

Er macht, was er will

Ein Mann, ein Verlag, 125 Bücher, fünf Kinder (plus Fahrten zum Fußball, zum Tanzen, zu Elternabenden etc), bis zu 200 Mails am Tag, die beantwortet werden wollen, unzählige Coachings – das kommt nicht hin. Nicht, wenn der Tag nur 24 Stunden hat.

Doch.

Das kommt hin, wenn man Guy Dantse heißt. „Ich schlafe seit über 10 Jahren nur drei bis vier Stunden am Tag.“ Wie geht das, frage ich. Und dann beginnt er zu erklären, und beinahe hat er seinen nächsten Ratgeber quasi aus Versehen fast fertig. Dieser Wortschwall würde einem Verlag als Exposé schon reichen, aber Guy Dantse hat ja seinen eigenen Verlag: Indayi in Darmstadt. Vier Mitarbeiter beschäftigt er. 125 Ratgeber und Romane hat er bislang geschrieben und veröffentlicht und es werden noch einige folgen.

Wie man mit wenig Schlaf auskommt, hat Guy Dantse von seinem Vater in Kamerun gelernt. „Das geht mit einer bestimmten Technik, man kann das programmieren“, sagt er. „Die Zeit ist relativ, die Uhr als Absolutes hat die Möglichkeiten und Fähigkeiten des Körpers eingeschränkt. Es ist besser die Zeit in sich zu haben, als die Uhr zu besitzen. Ich habe die Zeit in mir programmiert.“ Dass man Menschen programmieren kann, ist oft Kern seiner Bücher, allerdings im negativen Sinne. Viel zu viel Dogma und Manipulation. Die Menschen finden nicht zu sich selbst, weil sie einem Weg folgen, der nicht ihrer ist. In seinen Büchern versucht der Kameruner mit deutschem Pass dieses Dogma aufzubrechen und neue Wege aufzuzeigen. Es geht um Freiheit, Gesundheit, Persönlichkeit, Sexualität und Psychologie. Er hat Biologie in Kamerun und Chemie in Deutschland studiert. „Eine gute Basis“, sagt er. Aber sein wertvollstes Wissen hat er in Kamerun erworben, wo er aufgewachsen ist. In Kamerun gehe man die Dinge anders an, vieles schöpfe man aus der Naturheilkunde. Er nennt dies Bio-Wissenschaft und erklärt es folgendermaßen: „Es gibt in Afrika Naturheilkunde, die jeder erlernen kann und das, was ich Bio-Wissenschaft nennen. Sie ist wie die konventionelle Wissenschaft, nur ausgewählte Menschen dürfen sie erlernen. Es läuft wie in einer Kaste. Ich hatte das Glück, dass mein Vater Mitglied so einer Wissensschule war. So konnte ich einige Jahre so eine Schule besuchen. Naturheilkunde ist ein kleiner Teil des Studiums, aber es gehört noch viel mehr dazu, was „normale“ Naturheiler nicht unbedingt lernen oder wissen. Aus dieser Erfahrung habe ich mein Coaching entwickelt, DantseLogik. Ich bin kein Heiler oder so etwas. Ich helfe durch eine besondere Form der Logik: Du bist selbst deine Lösung, deine Heilung. Die DantseLogik hilft Menschen, sich selbst zu heilen oder Lösungen zu ihren Problemen zu finden. Das Ergebnis ist magisch und immer mehr Ärzte und Psychologen fragen bei mir danach. Meine letztes Buch „Dantselog“ ist ein Beispiel dieser Logik. Ich zeige darin, wie man mit einer innovativen Form des Gesprächs mit sich selbst – Selbstgespräche – Lösungen finden und sogar chronische Krankheiten heilen kann. Das ist einmalig und wirkt sehr gut.“

Aber auch Recherche ist für Dantse Dantse zentral. Für seinen Bestseller „Das ultimative Anti-Krebs Buch“ und die 6-bändige Buchreihe „Die verKREBSte Generation“ habe er zum Beispiel fünf Jahre lang recherchiert. Er habe wissenschaftliche Studien (auch nicht-veröffentlichte), Informationen von Ärzten und anderen Fachleuten zusammengetragen um zusammen mit seinem Wissen aus Kamerun, herauszufinden, was Krebs fördert und was nicht. Denn nur wissenschaftliche Sichtweise reichen seiner Meinung nach bei weitem nicht. Er würde nicht so viel helfen, wenn die Wissenschaft seine einzige Basis gewesen wäre.

Aber sein Lieblingsthema sei der Mensch selbst und wie er ticke. Und hier sind seine Coachings ein wahres Füllhorn an Themen. Guy Dantse folgt der Frage, warum Menschen nicht glücklich sein können. Und er beobachtet Menschen. Manche seiner Klienten sagen zum Beispiel: „Ich lebe wie ich will!“ Aber schon nach kurzer Zeit stelle er fest, dass sie gar nicht wissen, wer sie eigentlich sind. „Ich sage dann: Du verteidigst ein Ich, dass nicht Du bist.“ Und dann geht’s los.

Es ist ein programmiertes Denken, ein Denken, das nicht von innen kommt, nicht vom eigenen Intellekt, vom eigenen Empfinden, sondern eines, das sich durch Erziehung und Gesellschaft gebildet hat. Und dies aufzubrechen, ist Guy Dantses Ziel. „Ich habe Glück gehabt, dass ich das erlebt habe, was ich erlebt habe. Weil es mir dieses etwas andere Denken ermöglicht.“ Er bezeichnet sich als unkonventionell und so war auch schnell klar, dass er seinen eigenen Verlag gründen will. Er kann das veröffentlichen, was er für richtig hält. Meist schreibt er an mehreren Büchern gleichzeitig. „Ich springe von einem Buch zum anderen. Das ist eine sehr gute Technik, Druck und Stress abzubauen und dabei stundenlang Höchstleistungen zu erbringen, da ich ca. 16 Stunden am Tag arbeite. Das stresst mich nicht, im Gegenteil.“ Er mache sich keinen Druck.

Als Verleger kann er auch den Grad der Provokation selbst bestimmen. Meist liegt die Provokation in der Tatsache, dass er über viele Themen schreibt, für die man einen „Fachmann“ nach westlicher Definition als Autor vermuten würde. Aber die Summe seiner afrikanischen und westlichen Bildung, seiner Erlebnisse, seiner Recherchen und seiner kreativen Art zu denken ergeben ein Ganzes, das die Leute mögen und das ihnen weiterhilft. „Ich möchte den Menschen helfen“, sagt er. Das Marketing ist dabei genauso unkonventionell wie Guy Dantse selbst. Ein etwas schräges Design und griffige Titel schaffen Aufmerksamkeit und eignen auch zur Provokation. „Gut so“, sagt der 51-Jährige. Aber er verlegt nicht nur eigene Bücher. Er fördert auch junge Talente aus Kamerun. Wenn er der Meinung ist, jemand habe etwas Wichtiges zu sagen und auch Talent, dann lässt er das Buch ins Deutsche übersetzen und verlegt es. Denn schon mit monatlichen Verkäufen von nur 50€ könnten diese jungen Frauen und Männer in Kamerun ihren Lebensunterhalt finanzieren. „Menschen zu helfen ist mein Traum und jungen Talenten in Kamerun zu helfen – auch das ist mein Traum.“ Wo er in zehn Jahre stehen wird, weiß er noch nicht. Sein Leben war bislang keiner gerade Linie, und das wird wohl auch so bleiben.

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